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Klassische Musik und Oper von Classissima

Lang Lang

Sonntag 25. September 2016


nmz - KIZ-Nachrichten

11. September

Böhmermann bis Deichkind - Gewinner beim Preis für Popkultur

nmz - KIZ-Nachrichten Der neue Preis für Popkultur hielt, was er versprach: mit Gewinnern wie Drangsal, Deichkind und Böhmermann gab es die ganze Bandbreite der Musikkultur - allerdings mit wenig weiblicher Besetzung. „Ein neuer Zauber liegt in der Luft“, sagte Moderator und Musiker Bernd Begemann (53). Der Zauber heißt Preis für Popkultur und wurde am Freitagabend das erste Mal im Berliner Tempodrom verliehen. 2000 Besucher und Künstler verschiedenster Sparten waren dabei. Von Newcomern wie Post-Punk-Sänger Drangsal (23) bis lang-etablierte wie die Elektropop-Band Kraftwerk. Weiterlesen

nmz - neue musikzeitung

11. September

Böhmermann bis Deichkind - Gewinner beim Preis für Popkultur

Der neue Preis für Popkultur hielt, was er versprach: mit Gewinnern wie Drangsal, Deichkind und Böhmermann gab es die ganze Bandbreite der Musikkultur - allerdings mit wenig weiblicher Besetzung. „Ein neuer Zauber liegt in der Luft“, sagte Moderator und Musiker Bernd Begemann (53). Der Zauber heißt Preis für Popkultur und wurde am Freitagabend das erste Mal im Berliner Tempodrom verliehen. 2000 Besucher und Künstler verschiedenster Sparten waren dabei. Von Newcomern wie Post-Punk-Sänger Drangsal (23) bis lang-etablierte wie die Elektropop-Band Kraftwerk. Weiterlesen




ouverture

10. September

Bach: Goldberg Variations; Esfahani (Deutsche Grammophon)

Mahan Esfahani hat bei der Deutschen Grammophon nun die Goldberg-Variationen von Johann Sebastian Bach eingespielt – eines der großen Rätsel der Musikge- schichte. „I haven`t the foggiest notion what Bach's 'Goldberg' Variations 'are' and I find most of the cosmological and numerological chatter around them to be tremen- dously irritating, but I cannot deny that I find a great deal of narrative and life beyond the score when I play them“, merkt der iranische Cembalist an. Die Variationen, die im letzten Lebensjahrzehnt des Komponisten entstanden sind, bieten  sowohl eine Lebensbilanz als auch einen Blick darauf, wie er als Musiker auf Inno- vationen reagierte: „We hear this from the charming polonaise of the first variation (..) and the Scarlattian arabesques of the first variation to the obvious feast-day cantata-band in the sixteenth variation. Then there is the wind trio à la Dresde in the canon in unison (Var. 3) and, in the canon in contrary motion at a fifth (Var. 15), what sounds like a wordless vocal setting from a never composed Passion“, berichtet Esfahani. „Whenever I play the canon at the octave (Var. 24), I cannot help but imagine the grand ensemble of horns and strings in the opening movement of the cantata Sie werden aus Saba alle kommen (BWV 65). Other variations seems to come from outer space (Var. 25, while the last nine variations always remeind me of the final two Cantos from Dante's Inferno. And, when we finally reach the Quodlibet (Var. 30), Sebastian plays Virgil to our Dante – and, as we walk out of the earth to riveder le stelle (see again the stars), we meet the Bach family singing their village songs and laughing heartily, exclaiming: 'See? After all these fireworks, life's really about cabbages and potatoes.'“  Der alte Thüringer Kanon Kraut und Rüben erklingt in der Tat, neben der heute nicht mehr so bekannten Melodie Ich bin so lang nicht bei dir gwest, im Quodlibet – kurz bevor sich der Kreis schließt, und die Variationen mit einer Wiederholung der Aria enden. Und bei aller Berufung auf Wanda Landowska, Zuzana Rûzicková oder gar Ferruccio Busoni: Die Interpre- tation von Mahan Esfahani erinnert vielfach an eine Einspielung mit Keith Jarrett, aus dem Jahre 1989, abgesehen freilich von Esfahanis Neigung zum extrabreiten Rubato. Ganz ehrlich: Das irritiert, und wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen.  Esfahani, klassisch ausgebildet, hat bereits mit seinem brillanten Debüt- album Time Present and Time Past, in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Concerto Köln, eindrucksvoll demonstriert, dass „alte“ und „neue“ Musik keineswegs Gegensätze sind. Die Deutsche Grammophon hatte mit diesem Album, eigenen Angaben zufolge die erste Cembalo-Veröffentlichung seit über 30 Jahren bei diesem Label, ohne Zweifel einen großen Wurf gelandet – und die Goldberg-Variationen sind durchaus eine würdige Fortsetzung. Der Cembalist liest Partituren aus der tiefen Einsicht in die Musikgeschich- te heraus, und macht auch seinem Publikum Muster deutlich, die er dabei aufgespürt hat. Das Ergebnis aber klingt keineswegs akademisch-spröde, sondern hinreißend lebendig.  In der Auseinandersetzung mit den Goldberg-Variationen nähert sich Esfahani verblüffenderweise jener Werkauffassung an, zu der auch der Jazzmusiker Keith Jarrett einst gelangt war, auch wenn dieser mit Bachs großem Variationszyklus insgesamt noch etwas freier umgeht als sein junger Kollege.  Ein klangschönes Cembalo, nebenbei bemerkt, konnte Esfahani für diese Einspielung nutzen. Das Instrument hat Huw Saunders, London, im Jahre 2013 als Nachbau eines Originals von Johann Heinrich Harraß aus dem thüringischen Großbreitenbach, entstanden um 1710, angefertigt. Ein ähnliches Instrument, es befindet sich im Berliner Musikinstrumenten-Museum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, soll einst Wilhelm Friede- mann Bach von seinem Vater geerbt haben. Leider ist es heute nicht mehr spielbar. Es wird berichtet, dass Harraß dieses „Bach-Cembalo“ nach Bachs Vorgaben und norddeutschem Vorbild für den Musiker angefertigt haben soll, als dieser noch in Arnstadt wirkte. Belegt ist das nicht. Sowohl das Sondershäuser als auch das Berliner Harraß-Cembalo wurden vielfach nachgebaut. 

Crescendo

7. September

„Schon alles sehr kurios“ - Anruf bei...: „Schon alles sehr kurios“

Ein Anruf bei … Geiger Stefan Arzberger, der in New York wegen versuchten Mordes angeklagt war und 16 Monate lang die USA nicht verlassen durfte.crescendo: Herr Arzberger, nur noch mal kurz für diejenigen, die den Fall nicht konstant verfolgt haben. Sie sollen am 27. März 2015 in das Hotelzimmer eines anderen Gastes eingedrungen sein und eine 65-jährige Frau gewürgt haben. Sie können sich daran aber nicht erinnern … Genau. Es ist tatsächlich immer noch so, dass mir ein paar Stunden meines Lebens fehlen. Es gibt – inzwischen habe ich viel darüber gelernt – Substanzen, unter deren Einfluss man komplett die Kontrolle verliert. Sie saßen jetzt 16 Monate in den USA fest, ohne Pass und durften nicht reisen und auch nicht musizieren, oder? Nein, ich durfte noch nicht einmal gemeinnützige Arbeit machen, weil ein laufendes Verfahren gegen mich vorlag. Wie steht man eine solche Zeit durch – psychisch und finanziell? Ehrlich gesagt gab es viele schwarze Löcher und heftige Depressionen in dieser Zeit und ohne die Unterstützung – auch in finanzieller Hinsicht – von Freunden und vor allem Menschen aus der Musikwelt hätte ich das nicht durchgestanden. Unsere in Long Island ansässige Agentin Erika Schupp zum Beispiel hat mir vom ersten Tag an sehr geholfen und ich durfte eine Zeit lang bei Dietlinde Turban, der Witwe von Lorin Maazel, als auch bei Alica Weilerstein wohnen. Aber ich durfte nicht auftreten. Konnten Sie üben, Geige spielen ist schließlich Ihr Beruf? Das Spielen ist mir sehr schwer gefallen, denn man befindet sich in einer absoluten Stress-Situation. Man hat keine Nacht mehr in seinem eigenen Bett geschlafen und befasst sich mit völlig kuriosen Dingen während eines solchen Prozesses, da bleibt die Musik etwas auf der Strecke. Ich durfte aber ab und zu bei einer deutschen Pfarrerin in einer Kirche spielen, das hat mir sehr geholfen. Ich muss vom Kopf her erst freier werden, um wieder so zu spielen wie zuvor Aber die Solidarität, welche mir in der gesamten Zeit in den USA als auch jetzt und hier zuteil wurde und wird, ist unglaublich. Es zeigt auch, wozu viele fähig sein können und was man zusammen erreichen kann. Dafür bin ich mehr als dankbar und ich werde mich ganz sicher in dieser Richtung zukünftig selbst stark engagieren. Immerhin sind Sie seit dem 30. Juni wieder ein freier Mann, wie lautet das offizielle Urteil? Alle wesentlichen Anklagepunkte sind fallengelassen worden, ich musste allerdings eine Art Geständnis ablegen, das nennt man in den USA einen „Deal“ und es läuft noch ein Zivilverfahren gegen mich. Zu diesem Prozess darf ich mich aber nicht äußern. Was war im Rückblick das Skurrilste an der ganzen Geschichte? Ach, das ist alles höchst skurril, eigentlich immer noch: Ich bin zum Beispiel eigentlich mit einem Einreiseverbot in die USA belegt, muss aber eventuell wieder vor Gericht erscheinen, die Behördengänge hören also nicht auf. Ich musste aber auch sehr skurrile Fragen der Ermittler beantworten – sie hatten mich als Musiker mit Hard-Rock-Musikern aus den 80ern gleichgestellt, so als sei das ganz normal, dass wir jedes Hotelzimmer zertrümmern und uns nur unter Einfluss von Drogen auf der Bühne exhibitionieren können. Nicht Ihr Ernst? Den Gedanken hatte ich auch. Ich kenne jedenfalls keinen Geiger, der sich vor dem Auftritt drei Whiskey reinschüttet, um seine Fingerfertigkeit zu verbessern. Im vergangenen Jahr haben Sie sich von Ihrem (Leipziger) Streichquartett getrennt, wie geht es musikalisch jetzt weiter? Ich werde natürlich weiterhin Geige spielen, und meine neue berufliche Heimat wird in München sein, so viel kann ich jetzt schon verraten. Interview: Robert Kittel



Brilliant Classics Blog

2. September

Brilliant Classics Neuheitenvielfalt im September 2016

Jeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. In diesem Artikel informieren wir kurz über alle September – Neuheiten die ab sofort im Handel erhältlich. Viel Hörfreude und Spaß beim Entdecken interessanter, seltener, sowie bekannter Werke. Klassikvielfalt mit Entdeckergarantie. Various Composers:Italian Baroque – The Instrumental Edition Various Artists Epoche: Barock | Instrumentalmusik BrilliantClassics 1095430BRC EAN: 5028421954301 50 CDs Von Albinoni bis Zuccari: Umfassende Anthologie der barocken Instrumentalmusik Italiens Das Barockzeitalter umspannt einen Zeitraum von 150 Jahren, von ca. 1600 bis 1750. Die Musik der Epoche entwickelte in ihren nationalen Ausprägungen eine bemerkenswerte Eigenständigkeit. Zwar befruchteten sich die deutschen, französischen und italienischen Barockkomponisten untereinander, im Kern bildeten sich aber eigenständige „Schulen“, die die Schwerpunkte innerhalb eines gemeinsamen Vokabulars anders verteilten. Während die deutsche Barockmusik vor allem kunstvoll gestaltete kontrapunktische Strukturen betonte und sich die französische Musik mit ihren majestätischen Verzierungen stark an der höfischen Kultur des Absolutismus orientierte, vereinte die italienische Barockmusik Virtuosität und Sanglichkeit zu einer insgesamt betont diesseitsgewandten, lebensfrohen Musik. Diese Vitalität drückte sich besonders nachdrücklich in der italienischen Instrumentalmusik der Epoche aus. In den zahllosen Solokonzerten, Concerti grossi, Solo- und Triosonaten, Sinfonias und Ouvertüren zelebrierten die kleinen und großen Meister Italiens Lebensfreude, Leidenschaft und Glanz. Die italienische Barockmusik entwickelte mit der Sinfonia, der Sonata und dem Concerto frühe Fassungen jener Formen, die in den nachfolgenden Epochen der Wiener Klassik und Romantik unser Verständnis von Instrumentalmusik maßgeblich prägen sollten. Die 50 CDs umfassende Sammlung „Italian Baroque“ umfasst die Hauptwerke der bekanntesten und bedeutendsten Komponisten: Albinonis Triosonaten, Corellis Concerti grossi, Locatellis „L’Arte del violino“ und Vivaldis „Ilcimentodell’armonia e dell’inventione“ mit den berühmten „Vier Jahreszeiten“. Außerdem enthält die Box die wichtigsten Kompositionen zu Unrecht vergessener Meister wie Barsanti, Bassani, Leo, Mancini, Marino, Nardini, Platti, Veracini und Vitali. Ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung sind musikhistorisch wichtige Werke, die in den letzten Jahren leider etwas aus dem Fokus der Aufmerksamkeit geraten sind, etwa die Trompetenkonzerte von Giuseppe Torelli, die Cellosonaten Nicola Porporas oder die Violinsonaten von Giuseppe Tartini. Insgesamt vereint die Sammlung Musik von über 30 Komponisten. Die Anthologie enthält ausschließlich Aufnahmen von erstklassigen Ensembles der historisch-informierten Aufführungspraxis, die (fast) ausnahmslos auf Originalinstrumenten musizieren. Zu hören sind Spitzenorchester wie L’Arte dell’Arco, das Ensemble StilModerno, die CapellaTiberina, das Ensemble Cordia, die VioliniCapricciosi, die Musica Amphion und ModoAntiquo. Ein Großteil der Interpreten und Solisten stammt aus Italien, darunter so namhafte Künstler wie Stefano Bagliano, Francesco Cera, Andrea Coen, Pier Luigi Fabretti, Federico Guglielmo und Federico Maria Sardelli. Weltklasse-Solisten wie Jaap ter Linden, Pieter-JanBelder, CorinaMarti und Igor Ruhadze vervollständigen das „All-Star-Lineup“ dieser in Umfang und Qualität herausragenden Sammlung. ♦♦♦ Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier Daniele Boccaccio, Orgel Epoche: Barock | Orgelmusik BrilliantClassics 1095157BRC EAN: 5028421951577 4 CDs Weltersteinspielung auf der Orgel: Daniele Boccaccio spielt „Das Wohltemperierte Klavier“ Das Wohltemperierte Klavier (BWV 846-893) ist ein Zyklus für Tasteninstrumente von Johann Sebastian Bach (1685–1750), der in zwei Teile bzw. Bücher gegliedert ist. Der erste Teil wurde 1722, der zweite 1742 vollendet. Jedes Buch enthält 24 Satzpaare, von denen jedes aus je einem Präludium und einer Fuge besteht. Die Paare sind chromatisch aufsteigend von C-Dur bis h-Moll in allen Dur- und Molltonarten angeordnet. Die beiden Bücher des Wohltemperierten Klaviers gelten als das „Alte Testament“ der Musik für Tasteninstrumente. Anders als Beethovens recht heterogene 32 Klaviersonaten, die üblicherweise als das „Neue Testament“ bezeichnet werden, folgen die 48 Präludien und Fugen Bachs einer präzisen inneren und äußeren Ordnung. Der Titel „Das Wohltemperierte Klavier“ sorgt mittlerweile für einige Missverständnisse. Denn während wir heute das Wort „Klavier“ mit dem modernen Konzertflügel gleichsetzen, bezeichnete im Spätbarock das „Clavier“ (oft mit C, wie es auf dem Titelblatt des Autographs von 1722 steht) alle möglichen Tasteninstrumente, vom zweimanualigen Cembalo über das Clavichord und dem Fortepiano bis zum Orgelpositiv. Obwohl eine Kirchenorgel als Instrument eine eher ungewöhnliche Wahl für den Zyklus zu sein scheint, ist eine Umsetzung auf einem vom Tonumfang geeigneten Instrument beileibe nicht ausgeschlossen, im Gegenteil: Die lang nachklingenden tiefen Noten der linken Hand verleihen dem Werk auf der Orgel eine neues, ungekanntes Volumen. Daniele Boccaccio legt nun die Weltersteinspielung des „Wohltemperierten Klaviers“ auf einer Orgel vor. Er wählte hierfür das von Francesco Zanin 2006 nach deutschen Vorbildern erbaute Instrument der Kirche Sant’Antonio Abate im italienischen Padua. Mit der Wahl dieser imposanten Orgel entschied sich Boccaccio ganz bewusst für ein Instrument, das ihm vielfältigste klangliche Möglichkeiten eröffnet. Er schreibt dazu im Booklet: »Ich habe mich darum bemüht, die Umsetzung so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Dafür habe ich die Klangfarben der Register der Orgel so kombiniert, wie es technisch und stilistisch in jener Zeit üblich war.« Der aus Pisa stammende Organist und Cembalist Daniele Boccaccio (*1967) gewann 1985, mit gerade mal 18 Jahren, die 9. Ausgabe des nationalen Orgelwettbewerbs in Noale (bei Venedig) als dessen jüngster Sieger. Nach Abschluss seiner Orgel- und Cembalo-Studien am Konservatorium „Luigi Cherubini“ in Florenz, setzte er seine Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien fort. Nach Studien bei Michael Radulescu und Gordon Murray erhielt er sein Solistendiplom für Orgel und Cembalo mit der höchstmöglichen österreichischen Auszeichnung „Magister Artium“. Bis zum heutigen Tage ist Daniele Boccaccio der einzige italienische Künstler, dem diese Auszeichnung gleich doppelt verliehen wurde. Auf BrilliantClassics veröffentlichte er bereits erfolgreich eigene Transkriptionen der Violinkonzerte Bachs für Orgel und Bachs Gambensonaten. ♦♦♦ Jacques Champion de Chambonnières:Harpsichord Suites Franz Silvestri Epoche: Barock | Cembalomusik BrilliantClassics 1095339BRC EAN: 5028421953397 2 CDs Acht Cembalosuiten vom Vater der französischen Cembalomusik Jacques Champion de Chambonnières (1601–1672) wurde von seinem Vater, selbst ein bedeutender Organist, am Cembalo ausgebildet. Bald schon trat der junge Jacques eine glänzende Karriere als Cembalist, Tänzer und Komponist am Königshof Ludwig XIII. an. Heute gilt de Chambonnières als einer der Begründer der französischen Cembaloschule; seine Werke prägten maßgeblich die Musik des Absolutismus in seiner ersten Blüte. Bereits als Neunjähriger trat Franz Silvestri in seiner Geburtstadt Magenta (bei Mailand) als Organist in seiner Heimatgemeinde auf. Mit 13 Jahren gewann er seinen ersten Wettbewerb und etablierte sich schnell als einer der vielversprechendsten Cembalisten und Organisten seiner Generation in Italien. Die auf dem Doppelalbum zusammengefassten acht Suiten de Chambonnières‘ spielt Silvestri auf einer Kopie des berühmten zweimanualigen Vaudry-Cembalos von 1681, das von Andrea DiMaio 2014 originalgetreu nachgebaut wurde. Er wählte eine seinerzeit übliche, heute auffallend warm und dunkel wirkende Stimmung mit einem Kammerton A=415 Hz. ♦♦♦ Leopold Kozeluch: Complete Keyboard Sonatas – Vol. 2 Jenny Soonjin Kim Epoche: Wiener Klassik | Klaviermusik BrilliantClassics 1095155BRC EAN: 5028421951553 2 CDs Die Musik eines Fortepiano-Pioniers: Zweiter Teil der spannenden Koželuh-Reihe Leopold Antonín Koželuh (auch bekannt unter der deutschen Schreibweise Leopold Anton Kozeluch, 1747–1818) war ein böhmischer Komponist der Klassik. Im Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts wurde er neben Haydn, Mozart und Beethoven zu den ganz großen Namen der Musikwelt gezählt. Koželuh hinterließ ein umfangreiches Œuvre, in dem das damals neue Fortepiano eine äußerst prominente Rolle einnimmt. Die US-amerikanische Pianistin Jenny Soonjin Kim legt mit Aufnahmen der SonatenNos. 9–16 den zweiten Teil ihrer Gesamteinspielung sämtlicher (erhaltener) Klaviersonaten Koželuhs vor. Für die erste Doppel-CD der Reihe wurde sie von der Fachpresse für ihr »kristallklares und lyrisches Spiel mit einer exquisit sensiblen Phrasierung« gelobt. Um höchstmögliche Authentizität zu erreichen, hat Jenny Soonjin Kim die Werke auf einer Kopie eines Wiener Walter-Fortepianos von 1795 eingespielt, einem damals unter Musikern weitverbreiteten Instrument. Durch ihr fachkundiges, engagiertes und einfühlsames Spiel erweisen sich KoželuhsSonaten als frühe Meisterwerke eines der ersten Komponisten, der die Ausdrucksmöglichkeiten des modernen Klaviers voll auszuschöpfen wusste. ♦♦♦ Ottorino Respighi: Complete Solo PianoMusic Michele D’Ambrosio Epoche: 20. Jahrhundert | Klaviermusik BrilliantClassics 1094442BRC EAN: 5028421944425 1 CD Die vollständige Klaviermusik Ottorino Respighis In seiner italienischen Heimat gilt Ottorino Respighi (1879-1936) als einer der wichtigsten Innovatoren der Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Rückgriff auf die italienischen Traditionen der Vergangenheit formte er eine neue Nationalmusik. Das Hauptaugenmerk gilt häufig seinen eindrucksvollen Orchesterwerken, etwa der bekannten sinfonischen Dichtung „Pini di Roma“. Seine frühe, jugendliche Klaviermusik ist bisher noch ein Geheimtipp. Der römische Pianist Michele D’Ambrosio hat Respighis Klaviermusik vollständig aufgenommen. Die Sammlung enthält als Weltersteinspielung die Originalfassung der „Variazioni sinfoniche“ für Soloklavier, außerdem die beiden Klaviersonaten in f-Moll und a-Moll, die „Sei pezzi“, einige Miniaturen sowie Klavierauszüge seiner bekannten Suiten „Antiche danze ed arie per liuto“ und die „Tre Preludi su melodie gregoriane“. D’Ambrosio konnte sich mit seiner Gesamtaufnahme der Klavierwerke Alfredo Casellas als Experte für die italienische Klaviermusik des 20. Jahrhunderts empfehlen. Die Presse lobte seine überbordende Virtuosität, außerdem sowohl seine kraftvolle Artikulation, als auch seine Fähigkeit nuancierteste Feinheiten hörbar zu machen. ♦♦♦ Antonio Soler: 6 Concertos for 2 Harpsichords L’entretien des clavecins (Agustín Álvarez & Eusebio Fernández) Epoche: Frühklassik | Cembalomusik BrilliantClassics 1095327BRC EAN: 5028421953274 1 CD Sechs virtuose Konzerte für zwei Cembali von Padre Antonio Soler Padre Antonio Soler (1729–1783) war im 18. Jahrhundert einer der bedeutendsten Komponisten für Cembalomusik in Spanien. Er verbrachte die meisten Jahre seines Lebens als Kapellmeister des Hieronymiten-Klosters von El Escorial, wo er einen Großteil seines Œuvres komponierte. Als Klavierlehrer des Prinzen Don Gabriel de Bórbon verfasste er einen nicht unwesentlichen Teil dieser Werke für den äußerst talentierten Infante. Auch Solers“Sechs Konzerte für zwei Orgeln“ wurden vermutlich für den Prinzen und seinen Lehrer verfasst. Trotz des vermeintlich eindeutigen Titels gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass der Zyklus vor allem auf zwei Cembali musiziert wurde. Das Cembalo-Duo“L’entretien des clavecins“, bestehend aus AgustínÁlvarez und EusebioFernández, hat sich dem vernachlässigten Repertoire für zwei Cembali verschrieben. Die Madrilenen wählten für dieses Repertoire zwei von Andrea Restelli meisterhaft erbaute Kopien zweier Cembali von Pascal Taskin (Edinburgh 1769) und von Pierre Donzelague (London 1711) aus. Álvarez und Fernández machen den edlen, zarten und unbeschwerten Charakter der sechs zweisätzigen Werke mit makelloser Technik und echter Spielfreude erfahrbar. ♦♦♦ Georg Philipp Telemann: Double Concertos for Recorder Ensemble Cordevento Erik Bosgraaf, Blockflöte & musikalische Leitung Epoche: Barock | Kammermusik BrilliantClassics 1095249BRC EAN: 5028421952499 1 CD Das „Blockflöten-Wunder“ Erik Bosgraaf spielt Telemanns Doppelkonzerte Erik Bosgraaf gehört ohne jeden Zweifel zu den allerbesten Blockflötisten der Welt. Sein Repertoire ist breit gefächert und umfasst sowohl Alte als auch Neue Musik. Bosgraafs besondere Leidenschaft gilt Georg Philipp Telemann (1681-1767). Seine humorvolle, lebensbejahende Musik, kommt dem quirligen, experimentierfreudigen Naturell Bosgraafs besonders entgegen. Nach einem Album mit Blockflöten-Suiten und Konzerten Telemanns, für das Bosgraaf von der Presse als »temperamentvoller Interpret« (klassik.com) hochgelobt und ihm ein »Mitreißender Enthusiasmus« (CD-Tipp bei SWR 2) attestiert wurde, legt der Niederländer nun eine Einspielung der Doppelkonzerte mit Blockflöte Telemanns vor. Neben Bosgraaf an der Altblockflöte und seinem exzellenten Cordevento-Ensemble brillieren die Solisten Anna Besson an der Traversföte, Yi-ChangLiang an der (zweiten) Altblockflöte, Robert Smith an der Gambe und Marije van der Ende am Fagott. Die Konzerte sind schwungvoll, überraschen mit schnellen Wechseln, rhythmischen Kurzmotiven und einem lebhaften Dialog aus Solostimme(n) und Orchester. Alles, was Telemanns Musik unverwechselbar macht, ist in diesen fünf Konzerten verdichtet. ♦♦♦ Yiddish Baroque Music From „The Book of the Rejoicing soul“ by Rabbi Elkhanan Kirchen Di Tsaytmashin, Avishai Fisz Epoche: Barock | Weltmusik · Instrumentalmusik BrilliantClassics 1095338BRC EAN: 5028421953380 1 CD Jüdische Kultur im Europa des frühen 18. Jahrhunderts Das „Buch der frohlockenden Seele“ (Originaltitel: „Seyfer Simkhes Haneyfesh“) ist eine jiddische Liedsammlung des aschkenasischen Rabbis Elkhanan Kirchen. Es wurde Anfang des 18. Jahrhunderts in Bayern veröffentlicht. Das Buch enthält moralisch erbauliche Lieder für den jüdischen Haushalt. Sie erläutern die Riten und Bräuche zu den Feiertagen oder preisen den Glauben an Gott. Dabei sind die Liedtexte voller Sprachwitz, die Musik ist allerdings nur unzureichend notiert und bedarf einer fachkundigen Bearbeitung. Der Dirigent und Kantor Avishai Aleksander Fisz und sein Ensemble DiTsaytmashin (Jiddisch für „Die Zeitmaschine“) haben sich der Sammlung angenommen und dabei ein Dutzend Lieder behutsam rekonstruiert. Mit viel Sachkunde und überschäumender Spielfreude erweckt das im israelischen Be’er Scheva beheimatete Ensemble ein Stück jüdischer Zeitgeschichte aus Europa zu neuem Leben. DiTsaytmashin musizieren auf arockinstrumenten der Zeit – etwa Gambe, Krummhorn, Theorbe, Harfe, Violine, Cello und Blockflöte – und einer Reihe typischer Perkussionsinstrumente, die die folkloristische Note der Stücke besonders betonen. Dies ist eine in allen Belangen bemerkenswerte Weltersteinspielung. ____________________________________________________________________________________

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